
| Endlich im Netz, aber wer schaut eigentlich drauf? | | Drucken | |
| IT und Internet |
| Geschrieben von: Administrator |
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Der eigene Internetauftritt ist heute ein absolutes "Muss" für jedes Unternehmen, wird aber in seiner Aussenwirkung vielfach überschätzt. Spätestens seit dem Platzen der Internetblase Anfang des Jahrtausends sollte eigentlich klar sein, dass die weltweiten Wege im Netz nicht mit Gold gepflastert sind. Kurzfristige Auftragseingänge sind aus dem Auftritt heraus nicht zu erwarten, langfristige Strategien zahlen sich aber spätestens dann aus, wenn Aufträge an die Konkurrenz mit Internetauftritt vergeben worden wären und wenn man auch bereit ist, Blindleistung in einem hohen Mass zu tolerieren.
Der eigene Internetauftritt gehört mittlerweile - sicherlich zu Recht - zum Standard einer Unternehmensselbstdarstellung. Doch was bringt er, ist das für den Auftritt investierte Kapital sowie die laufenden Kosten eine gute Investition? Wer schaut überhaupt drauf - wer sieht überhaupt Ihre Seiten?
Neben anderen Erhebungsmethoden, bietet sich zuerst die Protokolldatei des Webservers an, um den Erfolg des Internetauftritts in Zahlen zu fassen. In dieser Protokolldatei werden alle Aufrufe Ihrer Internetseiten mitgeschrieben. Die Protokolldatei sollte jeder Webserverbetreiber kostenlos zur Verfügung stellen. Eine solche Protokolldatei zu lesen und zu verstehen ist allerdings nicht jedermanns Sache und für den Laien recht undurchsichtig.
Um einen groben Überblick zu verschaffen, auf welche Resonanz ein kleinerer Internetauftritt im Internet stößt, werden nachfolgend einige Zahlen aus dessen "Web Server Log File" präsentiert und näher erläutert. Ausgewertet wurde die Protokolldatei des Monats Januar 2008 für einen Internetauftritt in den drei Sprachen (Deutsch, Englisch und Französisch). Jede Sprache verlinkt von der Einstiegsseite auf 14 Unterseiten in der ersten Ebene. Jede Seite wird durch eine HTML-Datei dargestellt. Die präsentierten Zahlen gelten nicht als repräsentativ, vermitteln allerdings einen groben Eindruck von dem, was sich auch auf Ihrem Webserver abspielen könnte.
Ausgezählt wurden zuerst jene Seitenaufrufe (engl. "Hits"), die zum inhaltlichen Verständnis des Auftritts notwendig sind - also von HTML Dateien. Grafiken, Skripte und sonstige Hilfsdateien werden somit nicht mitgezählt: 3.721 Seitenaufrufe (GET oder POST Methode). Aufrufe können erfolgreich bzw. nicht erfolgreich sein. Üblicherweise werden nur erfolgreiche Seitenaufrufe als "Page Impression" oder "Page View" gewertet.
Erfolglose Seitenaufrufe rühren oft daher, dass versucht wird, das Betriebssystem des Servers bzw. die Software des Web-Servers zu ermitteln, um in das System in unberechtigter Weise einzudringen und auszunutzen (engl. "to hack - Hacks"). Es verbleiben 3.404 erfolgreiche Seitenaufrufe.
Im Rahmen des untersuchten Internetauftritts wird ein HTML-Formular verwendet, welches den Seitenbesuchern die Möglichkeit eröffnet, direkt auf der HTML-Seite eine Email-Nachricht an den Betreiber des Internetauftritts zu versenden. Nachlässig programmierte Email-Formulare können dazu missbraucht werden, Emails auch an andere - nicht berechtigte - Empfänger zu versenden. Auf diese Weise versuchen diese Seitenbesucher mittels des Email-Formulares den wahren Absender Ihrer Emails in betrügerischer Absicht zu verschleiern. Ziel dieser unlauter versendeten Email-Nachrichten ist die Zustellung von unerwünschten Werbenachrichten (engl. "Spam"). Abzüglich der Spamming-Versuche verbleiben 3.116 erfolgreiche Seitenaufrufe.
Einen erheblichen Anteil an den erfolgreichen Seitenaufrufen machen sogenannte "Robots", "Crawler" oder "Spider" aus. Dies sind Programme welche Webseiten aufrufen, diese analysieren und an die entsprechenden Suchmaschinen zur Indizierung übermitteln. Der Besuch dieser Programme ist durchaus erwünscht, man will ja auch über Suchmaschinen im Internet gefunden werden. Sie verfälschen jedoch die Statistik der erfolgreichen Seitenaufrufe erheblich, da ja kein unmittelbar betrachtender Mensch hinter jedem dieser Aufrufe steckt. Allein die großen Drei: Yahoo mit 575 Seitenaufrufen, Google mit 364 Aufrufen und Microsoft Live mit 211 Aufrufen (sowie alle anderen Crawler mit 538 Aufrufen) decken rund zwei Drittel aller Aufrufe durch Robots u.a. ab. Im Ergebnis bleiben hier konkret 1.428 erfolgreiche Seitenaufrufe, also grob 38% aller PI übrig. 45% sind den Suchmaschinen geschuldet, 8% Spamversuche, 9% Hackversuche.
Und woher kommen die Besucher eines Internetauftritts? Um größtmögliche Sichtbarkeit Ihres Auftritts im Internet zu erzeugen, werden Sie versuchen, so viele "Hyperlinks" auf Ihren eigenen Auftritt wo irgend möglich zu platzieren. Hier bieten sich die diversen Internet-Portale an, welche oft branchen-, regional- oder themenorientiert die Platzierung Ihrer Internetadresse ermöglichen. Hyperlinks auf Gegenseitigkeit mit Partnern und befreundeten Unternehmen stellen ebenfalls eine Möglichkeit dar, oder Sie lassen sich über die oben beschriebenen Suchmaschinen finden. Zur Auswertung der Herkunft der Besucher Ihrer Seiten bietet sich wieder das "Web Server Log File" an. Im sogenannten Referrer-Datenfeld wird protokolliert, von welcher Internetseite aus einem Hyperlink zu Ihrem Auftritt gefolgt wurde.
Für die oben gezählten "Page Impressions" können natürlich nicht Referrer in gleicher Anzahl gezählt werden. Kein "Referrer" wird mitprotokolliert, wenn der Besucher die Internetadresse direkt in seinem Browserfenster eingetippt hat, oder wenn ein solcher "Referrer" vom ausgehenden Web-Server unterdrückt wird. Auch wird der Besucher Ihres Auftritts möglicherweise mehrere Seiten bei Ihnen aufrufen. In diesem Fall ist die erste besuchte Seite Ihres Internetauftritts der "Referrer" für die folgende aufgerufene Seite.
Im konkreten Fall konnten bei 1.428 "Page Impressions" 172 "Referrer" auf Internetseiten anderer Anbieter nachvollzogen werden. 140 Besucher kamen aufgrund einer Verlinkung in der Suchmaschine von Google, sechs Besucher über Yahoo und ein Besucher nutzte die Internetsuche bei Alice. 22 Besucher folgten der Verlinkung auf der Website eines Partnerunternehmens und ganze drei Besucher folgten der Verlinkung in einem Internet-Portal.
Es ist nicht zu leugnen, der Marktführer bei den Internet-Suchmaschinen bringt auch die nachvollziehbar meisten Besucher auf Ihre Seiten.
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