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Super-GAU Datenverlust PDF  | Drucken |  E-Mail

Aller Anfang ist schwer - ganz besonders bei einer Existenzgründung.  Im Focus der Unternehmensgründung stehen die strukturellen Voraussetzungen, um Umsätze zu tätigen und schließlich die erfolgten Umsätze selbst. Hier wird leicht übersehen, dass es genauso von Anfang an gilt, die notwendigen Rahmenbedingungen abzusichern. Eine Versicherung, die der Existenzgründer getrost selbst übernehmen kann - ist die Datensicherung seiner Unternehmensdaten.

 

Hoffentlich nicht erst im Falle des Super-GAU wird sich die Frage stellen, ob, sondern wie idealerweise mit Unternehmensdaten umgegangen wird. Neben der strukturierten Speicherung von Unternehmensdaten ist bei Zeiten Vorsorge dafür zu tragen, dass wichtige Unternehmensdaten in eine Datensicherung einbezogen werden. Wie bei einer "echten" Versicherung wird hier zuerst eine Abschätzung des Versicherungsrisikos vorgenommen, um anschließend die entsprechende Police abzuschliessen. In Analogie zur Höhe des versicherten Wertes und der Auftrittswahrscheinlichkeit des Verlustes wird die Strategie der Datensicherung bestimmt - mehr oder minder aufwändig, mehr oder minder kostenintensiv. Nicht immer muss hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen werden.

 

Im Wesentlichen sind bei der Risikoabschätzung von Datenverlusten folgende Szenarien zu berücksichtigen:

  1. Datenverlust aufgrund von versehentlichem Löschen
  2. Datenverlust aufgrund eines defekten Dateisystems (Software) des Speichermediums bzw. Laufwerkes.
  3. Datenverlust aufgrund von Geräteausfall (Hardware).
  4. Datenverlust aufgrund von Feuer in den Betriebsräumen oder Diebstahl der Speicherhardware und, obwohl höchst unwahrscheinlich,
  5. Datenverlust aufgrund von lokalen Katastrophen (Erdbeben, Feuersbrunst oder Atomkrieg).

 

In der Reihenfolge der zuvor genannten Risikoszenarien nimmt die Auftrittswahrscheinlichkeit ab und der Aufwand für die Datensicherung zu und um mit dem letzten Szenario des lokalen Katastrophenfalles zu beginnen - es muss ja nicht immer gleich der atombombensichere und klimatisierte Stollen in den schweizer Alpen sein, wohin über eine verschlüsselte Internetverbindung die Unternehmensdaten gesichert werden.

 

Im normalen Unternehmensalltag, zumal wenn mehrere Mitarbeiter den gleichen Datenbestand bearbeiten, ist es dagegen sehr viel mehr wahrscheinlich, dass über kurz oder lang Dateien und Ordner versehentlich gelöscht werden. Die einfachste Methode der Datensicherung schafft hier die gewünschte Absicherung: das Spiegeln oder auch Kopieren des Datenbestandes in einen völlig anderen Ordner. Vor dem Löschen eines  Dateiordners mit Namen "Datensicherung" werden sicherlich bei jedem Mitarbeiter die Warnleuchten im Geiste dauerblinken. Das Spiegeln oder Kopieren der Daten sollte am Besten automatisch mit Hilfe eines entsprechenden Programms, zur Not auch manuell durchgeführt werden. Diese Methode der Datensicherung ist auch dem Freiberufler möglich, der ausschliesslich mit einem einzigen Rechner arbeitet. Das Spiegeln in einen Ordner, auf den nicht alle Mitarbeiter Zugriff haben bringt zusätzliche Sicherheit.

 

Sofern die Dateien auf dem gleichen Speichermedium in das gleiche Dateisystem gesichert werden, birgt dies die Gefahr, dass ein Softwarefehler auch den Zugriff auf die Datensicherung nicht mehr ermöglicht. Die Ursachen für einen Dateisystemfehler können vielfältig sein, Schadsoftware oder ein Stromausfall sind als mögliche Ursachen hier zu nennen. Eine zweite Partition (Laufwerk) auf der gleichen Festplatte hat ein eigenständiges Dateisystem. Speziell vom Hersteller vorkonfigurierte Komplettrechner werden heute oft mit einer Recovery-CD des Betriebssystems ausgeliefert, eine Neuinstallation des Betriebssystems hat dann unter Umständen zur Folge, dass die Systempartition mit einem Original-Image von CD / DVD  komplett überschrieben wird. Wenn also eine Datensicherung auf die gleichen Festplatte erfolgt, wo auch die Arbeitsdaten gespeichert sind, dann sollte zumindest eine alternative Partition als Speicherort für die Datensicherung gewählt werden.

 

Frei nach nach dem Sprichwort: "Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht" ist auch eine Festplatte nur ein sicheres Speichermedium solange diese funktioniert. Wie alle mechanisch beanspruchten Geräte ist jedoch auch eine Festplatte dem Verschleiss unterworfen - und der Ausfall einer Festplatte tritt öfter auf als einem lieb sein kann. Gegen den Totalausfall einer Festplatte sichert man sich am Besten ab, indem eine zweite Festplatte als Speichermedium in die Datensicherung eingebunden wird. In einem Serversystem werden normalerweise zwei verschiedene Festplatten über ein RAID synchronisiert - im Home Office sollte zumindest eine externe Festplatte zum Auslagern der Datensicherung verwendet werden. Alternativ zur zweiten Festplatte kann ein Bandlaufwerk verwendet werden, von Disketten, wiederbeschreibbaren CD und USB-Speicherstiften ist abzuraten. Ausdrücklich gewarnt sei hier von den allseits beliebten externen (z.T. netzwerkfähigen) Festplatten, um darauf Arbeitsdaten zu speichern. Zwar sind diese externen Laufwerke oft mit zwei Festplatten im RAID bestückt (Werbeslogan der Hersteller in der Art: "Ihre Daten sicher im Netz"), fällt das Netzteil des externen Laufwerks aus, haben sie trotzdem ein dickes Problem.

 

Schließlich sollte zumindest das Risiko erwogen werden, ob Diebstahl oder Feuer zum Komplettverlust aller Unternehmensdaten führen kann. Ein Einbrecher findet ihr Notebook mit den Arbeitsdaten äußerst attraktiv und die externe Festplatte mit der Datensicherung gleich auch noch dazu. Ganz dickes Problem! Hier hilft nur noch, die Datensicherung auch örtlich auszulagern. Eine externe 2,5" USB-Festplatte passt in jede Jackentasche und kann am Feierabend aus dem Büro mit nach Hause genommen werden - ein feuerfester Panzerschrank im Büro tuts natürlich auch.

 

In jedem Fall ist eine Datensicherung nur soviel Wert, wie die darin gespeicherten Daten aktuell sind. Automatismen entledigen Sie der lästigen Pflicht daran regelmäßig denken zu müssen.